ElBiMorgen 2016

Elternbildungsmorgen Unteramt 2016

Am Samstag, 29. Oktober 2016 fand in Bonstetten bereits zum achten Mal der Elternbildungsmorgen Unteramt statt. 130 Mütter und Väter nahmen am beliebten Anlass teil. Eingeladen haben die Elternräte der Primarschulen Bonstetten, Wettswil und Stallikon, der Sekundarschule Bonstetten und die Familienclubs Wettswil-Bonstetten und Stallikon.

Namhafte Referenten gaben Anregungen und Alltagstipps zu Themen rund um Kind-Eltern-Schule. Beim meistbesuchten Referat „Geschwisterstreit – Störfaktor in der Familiendynamik“ konnten die Teilnehmer Erfahrungen aus dem Alltag mit dem Referenten Walter Minder, Fachpsychologe für Psychotherapie, direkt besprechen. Minder zeigte auf, dass Kinder in Geschwisterkonflikten sehr viel lernen. Nämlich klar zu kommunizieren, zu verhandeln, Gefühle zu regulieren, sich selbst zu vertreten, auf andere einzugehen und Kompromisse zu finden. Eltern sollen versuchen, Disharmonie auszuhalten, dosiert einzugreifen und der Selbstregulation eine Chance zu geben. Die Beispiele des Referenten brachten einige Teilnehmer zum Schmunzeln und regten an, die Tipps im Alltag umzusetzen.

Manchmal hilft einem schon, eine andere Sichtweise zu einem Problem zu haben. Beim Thema „Entschleunigen und doch alles unter einen Hut bringen?“ machte dies Referentin Christelle Schläpfer, Eltern- und Stressbewältigungstrainerin, deutlich. In einer stressigen Situation sich einen ‚imaginären Freund‘ vor Augen führen. Was würde mir dieser Freund oder meine beste Freundin jetzt raten? Stressbewältigung mittels Selbstcoaching also.

Sehr gut besucht war auch das Referat zum Thema „Pubertät oder die Kunst, einen Kaktus zu umarmen“. Der Referent Markus Zimmermann schaffte die Grundlage für sein Referat und somit auch den Einstieg in die Gefühlswelt der Heranwachsenden, indem er die 3 Pubertätsphasen aufzeigte: 1. Die gedankliche Pubertät (im Alter zwischen 10-12), 2. die eigentliche Phase der Pubertät (12-16 Jahre) und 3. die anschliessende Adoleszenz, welche ihren Abschluss mit 20, 21 Jahren findet. Aufbauend darauf wurden 12 Thesen zur Pubertät gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Diese wurden immer wieder mit lebhaften Beispielen in Bezug zur Realität gekoppelt und ermöglichten Tipps zur Anwendung. Den Eltern wurde dadurch eine Basis gegeben, einfühlsamer und nachvollziehbarer auf die Herausforderungen der Pubertät und den oftmals gleichzeitig stattfindenden eigenen Wechseljahren zu reagieren.

Lernfrust in Lernlust umwandeln geht nur mittels Motivation. Und dies wiederum nur über das Ermöglichen von Erfolgserlebnissen, so Phil G.A. Theurillat, Lerncoach aus dem Kanton Bern. Er zeigte anhand von vielen Praxisbeispielen aus seinem Arbeitsalltag, dass solche Erfolgserlebnisse oft nur generiert werden können, wenn Eltern die Messlatte drastisch nach unten verlagern. Es ist wichtig, das konkrete Problem des betroffenen Kindes zu eruieren. Handelt es sich Frust, um mangelnde Konzentration oder um zu viel Ablenkung? Je nach Ursache konnte Theurillat Tipps zur Abhilfe geben.

Ob im Strassenverkehr, beim Sport oder Spiel – Kinder und Jugendliche leben häufig nach dem Motto «no risk, no fun», wobei sich Jungs deutlich risikobereiter verhalten. Urs Urech vom Netzwerk Schulischer Bubenarbeit (NWSB) erklärte in seinem Referat, warum. Anschaulich zeigte er anhand von Erkenntnissen aus dem NWSB-Projekt «Speed» den Zusammenhang zwischen Raserverhalten und herkömmlichen Männlichkeitsmythen auf. Abgerundet wurde sein Vortrag durch Tipps, wie Eltern die Risikokompetenz ihrer Kinder fördern können.

Knatsch am Tisch muss nicht sein, so Simone Kleiner, Ernährungsberaterin für Kinder und Gründerin der www.diekinderküche.com. Einfache Spielregeln können zu einem entspannten Essen beitragen. Zum Beispiel entscheiden die Eltern wann was auf den Tisch kommt, die Kinder wie viel wovon sie essen möchten. Und wenn nichts davon schmeckt, gibt’s ein Vollkornbrot und keine Erpressungsversuche. Zudem wurden einzelne Nahrungsmittel unter die Lupe genommen, so dass sich mancher Einkaufskorb in Zukunft verändern dürfte.

In der Pause wurde in der Kaffeestube eifrig weiter diskutiert und die Teilnehmer konnten Erfahrungen austauschen. Damit die Eltern den Anlass in Ruhe geniessen konnten, war eine Kinderbetreuung organisiert. 18 Kinder von 2 bis 10 Jahren machten gemeinsam Spiele, malten, turnten und assen Znüni.

Der nächste Elternbildungsmorgen findet am 04.11.2017 statt. Infos finden Sie unter www.elbimorgen.ch. Registrieren Sie sich auf unserer Homepage am besten gleich für den Newsletter. So können wir Sie frühzeitig über Neuigkeiten zum ElBiMorgen informieren.

Entdecken Sie hier die Referante vom 29.10.2016:

Meine Suppe ess’ ich nicht, oder doch?
Ziele für eine gesunde Kinderernährung.
Grundsätze für ein optimales Familienessen.
Kinderlebensmittel kritisch betrachtet.
Referentin: Simone Kleiner, Ernährungsberaterin
www.diekinderküche.com
Speed – ist Rasen männlich?
Strassenverkehr und Temporausch: Vermittlung von Risikokompetenz im Alltag und Sport. Spannendes Thema – nicht nur für Jungs.
Referent: Urs Urech, Primarlehrer und soziokultureller Animator
www.nwsb.ch
Lernlust statt Lernfrust
Wie fördern wir die Lernmotivation unserer Kinder? Wie viel Hilfe ist nötig und richtig? Wie gehen wir mit Hausaufgabenknatsch um?
Referent: Phil G.A. Theurillat, Sozialarbeiter FH, zertif. Lerncoach
www.lerne-lernen.ch
Pubertät oder die Kunst, einen Kaktus zu umarmen
Welche elterliche Unterstützung und Begleitung, welche Freiheiten benötigen Jugendliche für ihre Schritte ins Erwachsenenleben? Welche Forderungen an sie sind sinnvoll und wie gewinnen wir ihre Kooperation?
Referent: Markus Zimmermann, Elternbildner und Familienmediator
www.eltern-kinder.ch
Entschleunigen und doch alles unter einen Hut bringen?
Wie bewahren wir Ruhe im hektischen Alltag? Trotz Stress geduldig und gelassen erziehen.
Referentin: Christelle Schläpfer, Eltern- und Stressbewältigungstrainerin GKM
www.edufamily.ch
Geschwisterstreit – Störfaktor in der Familiendynamik
Was sind die Hintergründe von geschwisterlichen Konflikten? Wie wirken sie sich auf die familiäre Dynamik aus? Welche Interventionsgrundsätze sind alltagstauglich und hilfreich?
Referent: Walter Minder, Fachpsychologe für Psychotherapie

Lesen Sie hier die Kommentare der lokalen Presse: